Blog

Der Druchschnittsmensch

Der Durchschnittsmensch – und warum ich keiner sein muss

Manchmal entstehen die besten Gedanken genau dann, wenn ich eigentlich nur warte. Vor der Musikschule. Im Auto. Zwischen zwei Terminen. Und plötzlich stolpere ich über ein Wort, das hängen bleibt: Durchschnittsmensch.

So ging’s mir neulich – beim Scrollen auf der Seite vom Statistisches Bundesamt. Und wie das bei mir so ist: Ein Gedanke kommt, bleibt nicht allein, sondern bringt direkt ein paar Freunde mit. Und zack – sitze ich da und denke über Dinge nach, die eigentlich viel größer sind als ein paar Zahlen und Statistiken.

Zahlen, Daten, Fakten – der „Durchschnitt“

Wenn ich mir das Ganze nüchtern anschaue, lässt sich der Durchschnittsmensch ziemlich klar beschreiben:

  • Mitte 40
  • ungefähr gleich viele Männer wie Frauen
  • ein bis zwei Kinder
  • oft verheiratet, lebt in Familie
  • gleichzeitig mehr Singlehaushalte als früher
  • wohnt tendenziell auf mehr Raum – und zahlt dafür immer mehr

Das sind so die klassischen Eckdaten. Sauber erhoben, ordentlich ausgewertet. Und ja, ich hab selbst schon mal bei sowas mitgewirkt – Stichwort Zensus, mit Klemmbrett und klingeln bei fremden Leuten. Spannende Erfahrung übrigens.

Aber ganz ehrlich: Das ist nur die Oberfläche.

Was wirklich dahinter steckt

Der Begriff „Durchschnitt“ klingt erstmal harmlos. Fast beruhigend. So nach Orientierung.

Aber wenn ich genauer hinschaue, passiert da noch was ganz anderes:
Ich vergleiche mich. Immer wieder.

Mit anderen.
Mit Erwartungen.
Mit diesem ominösen „Normal“.

Ich kenne das gut. Dieses innere Hin und Her:

  • Wie viel von mir will ich zeigen?
  • Wie mutig darf ich sein?
  • Passe ich noch ins Bild?

Und gleichzeitig gibt es diese andere Stimme:

„Sei wild, fromm, fröhlich und frei.“

Und genau da wird’s spannend.

Durchschnitt vs. echtes Leben

Der Durchschnitt ist eine Rechenoperation. Kein Lebenskonzept.

Er sagt mir:

  • wie viele Kinder Menschen im Schnitt haben
  • wie sie wohnen
  • wie sie leben

Aber er sagt mir nicht:

  • was mich glücklich macht
  • wann ich mich frei fühle
  • wer ich wirklich bin

Und genau da liegt der Knackpunkt.

Denn wenn ich anfange, mein Leben an einem Durchschnitt auszurichten, verliere ich etwas Entscheidendes: mich selbst.

Ein kleines Gedankenexperiment

Ich stelle mir vor, ich gehe durch die Stadt. Da spielt jemand Musik. Und ich spüre plötzlich diesen Impuls:

👉 Mitsingen.
👉 Tanzen.
👉 Einfach machen.

Und dann kommt er – dieser Gedanke:
„Was denken die anderen?“

Jetzt mal ehrlich:
Was ist das schlimmste Szenario?

Dass irgendwer schief guckt?
Dass jemand flüstert?

Oder ist es vielleicht schlimmer, es nicht zu tun?

Meine Erfahrung:
Wenn ich mich traue, reagieren die meisten Menschen nicht mit Ablehnung – sondern mit einem Lächeln. Vielleicht sogar mit Bewunderung. Oder mit diesem kleinen Funken: „Ich würd mich das auch gern trauen.“

Freiheit beginnt im Kopf, in meinem Kopf wohlgemerkt

Für mich bedeutet Freiheit nicht, alles zu machen, was ich will – sondern mich Schritt für Schritt von diesem ständigen Vergleichen zu lösen.

Authentisch sein.
Ehrlich sein.
Eigenständig denken, fühlen, handeln.

Nicht perfekt. Nicht immer. Aber immer wieder versuchen.

Und jetzt mal ganz ehrlich…

Der Durchschnittsmensch existiert nicht wirklich.

Er ist ein statistisches Konstrukt.
Ein Mittelwert.
Eine Orientierung vielleicht – aber kein Maßstab für mein Leben.

Ich bin kein Durchschnitt.
Und das ist auch gut so.

Mein Fazit

Der Durchschnitt kann interessant sein. Inspirierend sogar.

Aber er sollte mich niemals begrenzen.

Also, wenn ich das nächste Mal merke, dass ich mich vergleiche, frage ich mich kurz:

👉 „Will ich wirklich Durchschnitt sein – oder ich selbst?“

Zum Schluss

Ich mach’s kurz und halte mich an mein kleines Ritual:

Leben, lieben, lachen und verrückte neue Sachen machen.

In diesem Sinne –
ich geh raus, bin ich selbst und trau mich ein bisschen mehr.

Von Herzen 💛